Grundlagen der Hundefotografie – worauf es wirklich ankommt
Für ein gutes Hundefoto braucht es nicht automatisch die teuerste Kamera, das lichtstärkste Objektiv oder eine spektakuläre Location.
Viel wichtiger ist, dass ein paar grundlegende Dinge zusammenspielen: Licht, Perspektive, Hintergrund, Schärfe und natürlich der Hund selbst.

Erst die Grundlagen, dann der Rest
Ich fotografiere Tiere inzwischen seit vielen Jahren und habe dabei vor allem eines gelernt: Technik hilft. Aber sie rettet kein Bild, bei dem der Rest nicht funktioniert.
Gerade am Anfang würde ich deshalb gar nicht versuchen, alles gleichzeitig perfekt zu beherrschen. Wenn die Grundlagen sitzen, wird vieles später automatisch leichter.
Die Perspektive macht einen riesigen Unterschied
Einer der einfachsten Punkte, der ein Bild sofort verändern kann, ist die Höhe, aus der fotografiert wird.
Wenn wir einen Hund aus unserer normalen stehenden Position fotografieren, schauen wir meistens deutlich von oben auf ihn herunter. Dadurch wirken Beine schnell kürzer, der Kopf größer und der ganze Hund irgendwie weniger präsent.
Ich gehe deshalb bei den meisten meiner Bilder ziemlich weit runter -oft wirklich auf Augenhöhe mit Oakley oder sogar noch etwas tiefer.



RAW-Datei (unbearbeitet), aus dem Stand fotografiert
RAW-Datei (unbearbeitet), aus der Hocke fotografiert, Kamera knapp über Boden, dieselbe Stelle
Das verändert nicht nur die Proportionen, sondern der Hund bekommt im Bild plötzlich viel mehr Präsenz. Denn wenn man mit der Kamera näher zum Boden geht, verschwimmen Gräser oder andere Elemente im Vordergrund und rahmen den Hund ganz natürlich ein. Gleichzeitig bekommt das Bild dadurch deutlich mehr Tiefe.
Natürlich muss nicht jedes Bild auf Bodenhöhe entstehen. Eine Perspektive von oben kann genauso gut funktionieren, wenn sie bewusst gewählt ist. Für klassische Portraits ist Augenhöhe für mich aber meistens der beste Ausgangspunkt.
Licht ist wichtiger als die Location
Eine schöne Location ist super. Aber wenn das Licht dort nicht funktioniert, bringt mir der schönste Spot wenig.
Ich schaue deshalb inzwischen zuerst aufs Wetter und entscheide erst danach, ob es überhaupt Sinn macht, das ganze Equipment mitzunehmen.
Pralle Sonne ist zum Beispiel ziemlich undankbar. Harte Schatten, sehr helle Stellen und dunkles Fell sind eine Kombination, bei der man später in der Bearbeitung nicht mehr viel machen kann.
Man kann mittlerweile (auch mit Hilfe der KI) in der Bildbearbeitung schon viel machen, aber auch eben nicht zaubern.
Und ganz wichtig: Unsere Objektive wirken wie eine Lupe. Bei direkter Sonneneinstrahlung wird das Licht gebündelt und brennt sich im Zweifel in den Sensor ein oder beschädigt die Elektronik der Kamera.
Bewölkter Himmel ist dagegen für (Hunde)fotografie etwas absolut Wunderbares. Das Licht ist weicher, gleichmäßiger und gerade bei dunklen Hunden oft deutlich angenehmer. Außerdem ist man bzgl. der Location-Wahl deutlich flexibler.
Die "Golden Hour", also die Zeit kurz vor Sonnenuntergang und kurz nach Sonnenaufgang, ist in meinen Augen das einzig sinnvolle Licht, welches man nutzen kann, wenn man in der Sonne fotografieren möchte. Nicht unbedingt, weil jedes Bild zwangsläufig golden und verträumt aussehen muss, sondern weil das Licht einfach weicher wird und man viel mehr Möglichkeiten bekommt.
Der Hintergrund wird oft unterschätzt
Ich glaube, am Anfang achtet man vor allem auf den Hund.
Steht er richtig? Schaut er? Sind die Ohren da, wo sie sein sollen?
Und erst zuhause fällt einem auf, dass direkt aus dem Kopf ein Baum wächst, irgendwo ein Mülleimer steht oder der Hintergrund so unruhig ist, dass man gar nicht weiß, wohin man zuerst schauen soll.
Deshalb versuche ich schon vor dem Fotografieren zu schauen: Wie sieht der Hintergrund aus?
Manchmal reicht es, selbst zwei Meter nach links zu gehen. Oder Oakley ein kleines Stück anders zu positionieren. Oft verändern solche Kleinigkeiten schon das ganze Bild.
Ich achte besonders darauf, dass der Abstand zu Hintergrund groß genug ist. Dadurch wirkt das Bild automatisch weicher und das Motiv rückt in den Vordergrund.
Den Fokus richtig wählen
Hunde wie Oakley, die glücklicherweise mit einer längeren Schnauze gesegnet wurden, sind nicht unbedingt die dankbarsten Motive, wenn es um einen passenden Fokus geht.
Ich fokussiere immer die Augen.
Gerade bei sehr offener Blende (f1.8 , f2.0 , f2.8) kann der Schärfebereich ziemlich klein werden. Dann reicht es manchmal schon, wenn der Fokus ein paar Zentimeter danebenliegt, und plötzlich ist zwar die Nase gestochen scharf, die Augen aber nicht mehr.
Bei Bewegung wird das Ganze natürlich noch schwieriger. Ich habe das Glück und meine Kamera (Sony a 7iii) hat schon einen Tieraugen-Autofokus (Firmware-Update ab Version 3.0) -der nimmt einem die Arbeit zwar nicht ganz ab, aber macht einem das Leben dabei inzwischen deutlich leichter.
Trotzdem kontrolliere ich meine Bilder zwischendurch immer wieder. Lieber merke ich während des Shootings, dass etwas nicht stimmt, als später zuhause am PC.
Man kann mittlerweile zwar in gewissen Maßen Fokus-Korrekturen durchführen, aber auch da sind die Möglichkeiten begrenzt.
An dieser Stelle ein Tipp von mir: Fotografiert nie mit dem Gedanken, dass ihr Sache XY später am PC noch "retten" könnt. Der Plan geht oft nicht auf.
Habt immer das Ziel, vor Ort bestmögliche Ergebnisse zu erschaffen.
ÜBER UNS
KIM & OAKLEY
Ich bin Kim, Fotografin und die Person hinter unserem Instagram-Account @malinois.oakley. Gemeinsam mit meinem Malinois Oakley lebe ich im Sauerland und teile auf Instagram unser Leben zwischen Natur, Training, Fotografie und dem ganz normalen Chaos mit Hund.
Hier auf dem Blog findet ihr alles, was dort manchmal zu kurz kommt.
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Egal, ob du gerade erst mit der Hundefotografie beginnst oder schon länger fotografierst: Hier teile ich meine Erfahrungen, Tipps und meinen eigenen Workflow -von der Locationswahl bis zum fertigen Bild.
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Helle Elemente lenken uns ab
In der Wahrnehmungspsychologie spricht man vom visuellen Gewicht oder auf deutsch übersetzt: Von "visuellen Magneten".
Und Helligkeit ist tatsächlich einer der stärksten Magneten für das menschliche Auge.
Nehmen wir mal ein Beispiel einen Waldweg, der nach hinten aber "offen" ist und einen Oakley, mit einer dunklen Maske im Gesicht.
Das Bild wird von den dunklen Rändern des Waldes "eingerahmt", der Bereich ist unscharf und lenkt unser Auge auf das Motiv, welches dadurch noch schärfer wirkt.
Dann haben wir aber hinter einem dunklen Oakley und dem dunklen Rand, einen hellen Himmel. Und ich bin mir jetzt recht sicher, dass unser Auge beim ersten Blick auf das Bild zuerst zum Himmel geschaut hat. Wenn auch nur kurz. Unser Gehirn erkennt, dass Oakley das Hauptmotiv ist. Er steht im Fokus (ist scharf), er hat ein Gesicht und Augen. Das sind alles Dinge, die uns als Menschen anziehen. Wir wollen den Hund ansehen.
Allerdings reagieren wir evolutionsbedingt extrem stark auf Lichtquellen und helle Bereiche, da sie für uns Tiefe, Raum oder einen Ausgang bedeuten. Unser Auge wandert zwar immer wieder zum Hund, wird aber dennoch vom hellen Himmel abgelenkt und aus dem Bild herausgezogen.
Deshalb achte ich vermehrt darauf, dass nicht zu viele helle Elemente im Bild sind.
Equipment ist hilfreich -aber nicht alles
Natürlich macht gutes Equipment vieles einfacher.
Ein schnelles Fokussystem, ein lichtstarkes Objektiv oder eine Kamera, die auch bei höherem ISO noch gute Ergebnisse liefert, sind definitiv angenehm.
Aber gerade am Anfang würde ich mich davon nicht verrückt machen lassen.
Man kann mit relativ einfacher Ausrüstung sehr gute Bilder machen, wenn Licht, Perspektive und Bildaufbau stimmen. Andersherum macht eine teure Kamera aus einem ungünstigen Bildaufbau auch kein gutes Foto.
Ich finde es wichtig, die vorhandene Technik wirklich erstmal zu verstehen.
Wenn man irgendwann merkt, dass einen das eigene Equipment tatsächlich begrenzt, kann man immer noch aufrüsten.
HUNDEFOTOGRAFIE LERNEN

• Grundlagen der Hundefotografie
Perspektive, Bildaufbau, Schärfe und die kleinen Details, die ein gutes Hundefoto ausmachen
• Locationswahl
Wie ich Hintergründe, Licht und Umgebung beurteile und erkenne, ob ein Ort auf Fotos funktioniert
• Mein Workflow
Vom RAW-Bild in Lightroom bis zur finalen Bearbeitung in Photoshop -inklusive Farben, Fell und Retusche
• Häufige Fehler
Was Bilder schnell unruhig wirken lässt, die Nutzung von unvorteilhaftem Licht und wie man diese Fehler beim Fotografieren und Bearbeiten vermeidet
Weitere Themen rund um Hundefotografie und Bildbearbeitung findest du im Fotografie-Bereich.
Mehr zur Fotografie
Häufige Fehler, die ich selbst gemacht habe
Zu hohe Perspektive, unruhiger Hintergrund, zu lange Verschlusszeit, Fokus daneben, zu enge Ausschnitte usw.
Was ich schon beim Fotografieren beachte
..damit ich später weniger retuschieren muss.
Äste, Leinen, störende Elemente, Lichtflecken, Position zum Hintergrund.









