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Influencer & Hundetraining – gefährlicher Trend oder neue Chance?

Hundetraining ist auf Social Media längst überall. Zwischen Reels, Stories und TikToks werden Trainingsfortschritte, Methoden und Tipps geteilt. Oft auch von Menschen, die gar nicht aus dem professionellen Hundetraining kommen.

Das kann hilfreich sein. Aber eben auch ziemlich schnell problematisch werden.

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Zwischen Erfahrung und Ratschlag

Influencer leben von Reichweite. Und wenn ein Hund online besonders gut erzogen oder beeindruckend trainiert wirkt, kommen Fragen zum Training oft ganz automatisch. Irgendwann werden aus persönlichen Erfahrungen dann schnell konkrete Ratschläge.

Natürlich kann vieles davon hilfreich sein. Positive Verstärkung, ein klarer Trainingsplan und Geduld können viel bewirken. Schwierig wird es für mich dann, wenn aus einem kurzen Reel plötzlich eine allgemeingültige Anleitung wird, obwohl das nötige Fachwissen dahinter vielleicht gar nicht vorhanden ist.

Denn Hundetraining ist eben mehr als das, was man in ein paar Sekunden sieht. Verhalten, Psychologie, Kommunikation und Erfahrung spielen genauso mit rein. Und was online nach einer einfachen Lösung aussieht, kann auf jahrelanger Erfahrung beruhen, bei der man nicht unbedingt sieht, was der Hund dabei eigentlich mitmacht.

Wenn Likes wichtiger sind als Lernverhalten

Einer der Knackpunkte ist die fehlende Tiefe. Ein 20-Sekunden-Video kann keine Ursachenanalyse für Trennungsangst leisten. Oder erklären, warum eine strenge Methode in einem Reel vielleicht scheinbar „funktioniert“, aber langfristig das Vertrauensverhältnis ruiniert.

Manche Influencer geben allgemeingültige Tipps, ohne den Kontext zu erklären oder die Hundebesitzer bzw deren Hunde persönlich zu kennen. Das kann gefährlich sein, besonders für unerfahrene Hundehalter, die sich auf diese Inhalte verlassen.

Es ist ja nicht alles schlecht

Social Media kann auch ziemlich viel Positives bewirken. Gute Inhalte können aufklären, Berührungsängste nehmen und moderne, gewaltfreie Trainingsansätze sichtbarer machen.

Viele seriöse Hundetrainer nutzen ihre Accounts genau dafür. Sie erklären Zusammenhänge, räumen mit Missverständnissen auf und machen Themen wie Körpersprache, Stresssignale oder Frustrationstoleranz überhaupt erst für viele Menschen zugänglich.

Auch bei der Rasseaufklärung sehe ich darin eine große Chance. Gerade Hunde, über die schnell irgendwelche Klischees im Raum stehen, werden online plötzlich ganz anders gezeigt. Man bekommt einen ehrlicheren Einblick in ihren Alltag und sieht eben nicht nur das Bild vom vermeintlich „gefährlichen Hund“.

Und vielleicht ist genau das einer der größten Vorteile: Man sieht viel deutlicher, dass sich ein Hund am Ende nicht einfach auf seine Rasse reduzieren lässt.

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Zwischen Erfahrung und Anleitung

Nicht jeder, der Training mit seinem Hund zeigt, will damit automatisch anderen erklären, wie sie es machen sollen. Für mich ist das ein ziemlich wichtiger Unterschied.

Ich kann erzählen, was bei Oakley funktioniert, was bei uns schwierig war oder warum ich manche Dinge heute anders mache. Das heißt aber noch lange nicht, dass derselbe Weg bei einem anderen Hund genauso funktioniert.

Von außen sieht man oft nur die Situation selbst, aber nicht unbedingt, warum ein Hund gerade so reagiert. Zwei Hunde können etwas ganz Ähnliches zeigen und trotzdem völlig unterschiedliche Gründe dafür haben.

Genau da wird es für mich kritisch. Nicht wenn jemand seine Erfahrungen teilt, sondern wenn daraus plötzlich eine Lösung für alle wird, ohne den Hund, die ganze Situation und den Menschen dazu überhaupt zu kennen.

Der Algorithmus liebt einfache Antworten

Social Media funktioniert nun mal oft über klare Aussagen, schnelle Ergebnisse und starke Vorher/Nachher-Bilder. Ein „Das kommt darauf an“ zieht einfach weniger als der eine Tipp, der angeblich innerhalb weniger Minuten jedes Problem löst.

Und ich finde, genau das macht es beim Hundetraining schwierig. Vieles passiert langsam, braucht Zeit und ziemlich viele Wiederholungen. Und manchmal merkt man eben auch, dass etwas nicht funktioniert und man nochmal anders ansetzen muss.

Das lässt sich natürlich deutlich schlechter in ein kurzes Reel packen als eine schnelle Lösung mit guter Überschrift.

Und nur weil etwas viele Aufrufe bekommt, heißt das am Ende noch lange nicht, dass es deshalb auch gutes Training ist.

Am Ende bleibt trotzdem die eigene Verantwortung

Die Verantwortung liegt aber nicht nur bei denen, die solche Inhalte posten. Auch als Zuschauer sollte man sich immer fragen, wie viel man aus einem einzelnen Video eigentlich mitnehmen kann.

Ein Reel kann eine gute Idee liefern oder einen dazu bringen, sich mit einem Thema genauer zu beschäftigen. Mehr aber eben oft auch nicht. Man sieht nur einen kleinen Ausschnitt und kennt weder den kompletten Trainingsweg noch alles, was vorher passiert ist.

Gerade bei schwierigeren Themen finde ich Social Media deshalb eher als Anstoß sinnvoll. Eine verlässliche Einschätzung oder Lösung lässt sich aus ein paar Sekunden Video einfach kaum ableiten.

Fazit

Für mich ist dieses ganze „Influencer-Hundetraining“ weder komplett schlecht noch komplett gut.

Es gibt genug Leute, die ohne wirkliche Ausbildung plötzlich Ratschläge verteilen, als hätten sie die Weisheit mit Löffeln gefressen und eine Lösung für jedes Problem haben. Gleichzeitig gibt es aber auch Trainer und Halter, die ihre Reichweite sinnvoll nutzen, aufklären und gute Denkanstöße geben.

Deshalb finde ich vor allem eins wichtig: Nicht alles sofort übernehmen, nur weil es in einem Reel überzeugend aussieht.

Das alles kann inspirieren oder einen neuen Gedanken anstoßen. Aber wenn es wirklich um ein Problem mit dem eigenen Hund geht, würde ich mich immer an jemanden wenden, der fachlich wirklich weiß, was er tut.

ÜBER UNS

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KIM & OAKLEY

Ich bin Kim, Fotografin und die Person hinter unserem Instagram-Account @malinois.oakley. Gemeinsam mit meinem Malinois Oakley lebe ich im Sauerland und teile auf Instagram unser Leben zwischen Natur, Training, Fotografie und dem ganz normalen Chaos mit Hund.

Hier auf dem Blog findet ihr alles, was dort manchmal zu kurz kommt.

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