meine häufigsten Fehler in der hundefotografie
Wenn ich ältere Bilder von mir anschaue, sehe ich ziemlich schnell, was ich heute anders machen würde.
Einige Fehler haben sich dabei erstaunlich lange gehalten. Nicht, weil ich die Technik nicht verstanden hätte, sondern weil sich bestimmte Gewohnheiten beim Fotografieren schnell einschleichen.

1. Hintergrund zu nah
Ein Punkt, der bei mir lange einen Unterschied gemacht hat, war der Abstand zum Hintergrund.
Abhängig von Brennweite, Blende und meinem eigenen Abstand zum Motiv, gilt als Faustregel: Je weiter der Hintergrund entfernt ist, desto weicher wird das Bokeh (Bokeh= bezeichnet die Qualität und Wirkung der unscharfen Bildbereiche, meist im Hintergrund eines Fotos).
Gerade wenn bei Portraits viele Äste, Bäume, Sträucher etc im Hintergrund sind, kann es bei zu geringem Abstand auf dem fertigen Bild zu unruhig wirken.
Es kommt natürlich auch immer darauf an, welche Idee man im Kopf hat, welche Location man nutzt oder wie man sich grundsätzlich den Bildaufbau vorstellt.
Manchmal möchte ich bewusst mehr Hintergrund sehen (beispielsweise unsere Landschaft im Sauerland) und fotografiere mit etwas geschlossenerer Blende und Nähe zum Hintergrund.
Möchte man aber diese natürliche, weiche Freistellung, wie man sie auf SocialMedia oft sieht, macht es durchaus Sinn, mit dem Abstand zum Hintergrund immer etwas zu variieren.
Dadurch, dass der Hintergrund weicher ist, bekommt das Motiv optisch automatisch mehr Schärfe.

RAW-Datei (unbearbeitet), Oakley ca. 5m vom Hintergrund entfernt

RAW-Datei (unbearbeitet), Oakley ca. 10m vom Hintergrund entfernt
2. Zu hell belichtet
Vor allem bei dunklem Fell hatte ich früher schnell die Sorge, zu wenig Struktur im Fell zu haben.
Dadurch habe ich teilweise zu hell belichtet und mir an anderer Stelle Details genommen, die man später nicht mehr ordentlich zurückholen konnte.
Gerade sehr helle Bereiche oder Himmel verzeihen Überbelichtung eben nur begrenzt.
Meine RAW (RAW= digitales Bild im Rohdatenformat, unbearbeitet) darf auch etwas dunkler sein, solange die wichtigen Informationen noch vorhanden sind. Mir ist wichtiger, die hellen Bereiche im Blick zu behalten und mir in der Bearbeitung genügend Spielraum zu lassen.
3. Die Angst vor einem hohen ISO-Wert
ISO so niedrig wie möglich. Diesen Gedanken hatte ich wirklich sehr, sehr lange. Denn ist der ISO einmal hoch, fängt das Bild an zu rauschen (Bildrauschen = bezeichnet sichtbare Helligkeits- oder Farbabweichungen im Bild, die besonders bei höheren ISO-Werten auftreten können)
Also habe ich versucht, den ISO-Wert so weit wie möglich unten zu halten und dafür an anderen Einstellungen gespart. Rückblickend war das oft genau die falsche Priorität.
Heute ist mir ein höherer ISO-Wert deutlich lieber als eine Aufnahme, die wegen einer zu langen Verschlusszeit nicht richtig scharf ist.
Natürlich sollte man den ISO jetzt nicht ohne Rücksicht auf Verluste bis ganz nach oben ziehen. Aber die Angst ist absolut unbegründet. Mittlerweile hat man in der Bildbearbeitung gute Möglichkeiten, Bildrauschen auszugleichen. Ich persönlich finde die Funktion "entrauschen" in Adobe Lightroom mittels KI wirklich sehr gut.
Bildrauschen muss kein K.o.-Kriterium sein, Bewegungsunschärfe hingegen schon.
4. Offenblende ist nicht immer die beste Wahl
Ich fotografiere wirklich sehr gern mit offener Blende, allerdings ist das nicht immer das Non plus ultra.
Trotzdem habe ich früher viel zu oft gedacht: Wenn das Objektiv f1.8 kann, dann nutze ich auch f1.8.
Dass der Schärfebereich dadurch teilweise ziemlich leidet, habe ich dabei gern in Kauf genommen.
Heute entscheide ich stärker nach der jeweiligen Situation. Bei einem frontalen Portrait kann eine sehr offene Blende wunderbar funktionieren. Sobald der Hund aber leicht schräg steht oder etwas mehr vom Motiv scharf bleiben soll, kann etwas Abblenden deutlich sinnvoller sein.

RAW-Datei (unbearbeitet), hinterer Teil des Körpers unscharf, Blende f1.8

RAW-Datei (unbearbeitet), hinterer Teil des Körpers schärfer, dafür dunkler, weil nur Blende weiter geschlossen, ISO und Verschlusszeit unverändert, f 2.8
ÜBER UNS
KIM & OAKLEY
Ich bin Kim, Fotografin und die Person hinter unserem Instagram-Account @malinois.oakley. Gemeinsam mit meinem Malinois Oakley lebe ich im Sauerland und teile auf Instagram unser Leben zwischen Natur, Training, Fotografie und dem ganz normalen Chaos mit Hund.
Hier auf dem Blog findet ihr alles, was dort manchmal zu kurz kommt.
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Egal, ob du gerade erst mit der Hundefotografie beginnst oder schon länger fotografierst: Hier teile ich meine Erfahrungen, Tipps und meinen eigenen Workflow -von der Locationswahl bis zum fertigen Bild.
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5. Die Verschlusszeit wird oft unterschätzt
Dieser Punkt hängt direkt mit meiner früheren ISO-Angst zusammen.
Um den ISO-Wert niedrig zu halten, habe ich die Verschlusszeit teilweise weiter heruntergesetzt, als es für die Situation sinnvoll gewesen wäre.
Und gerade bei Tieren kann das schnell schiefgehen.
Eine kleine Bewegung reicht manchmal schon, damit das Motiv verwackelt. Aber auch dann, wenn man frei Hand fotografiert und kein Stativ nutzt.
Deshalb: Spart nicht an der Verschlusszeit, gerade wenn man klassische Freilauf-Fotos macht.
Ich habe lieber höhere ISO-Werte, als später ein Bild, welches komplett verwackelt ist und mit einem Rechtsklick im Papierkorb verschwindet.
6. Vorher keinen groben Plan haben
Je länger ich fotografiere, desto mehr achte ich auf Dinge, die mit den eigentlichen Kameraeinstellungen gar nicht so viel zu tun haben.
Wie steht der Hund zum Licht? Was passiert im Hintergrund? Ist irgendwo ein störendes Element? Passt die Perspektive? Gibt es genug Abstand?
Viele Fehler lassen sich vermeiden, bevor man überhaupt den Auslöser drückt.
Denn eine Sache darf man nicht vergessen, gerade wenn man dazu neigt, alles im "Dauershot" zu fotografieren: Kameraauslöungen sind nicht unendlich.
Jeder mechanische Verschluss hat eine begrenzte Lebensdauer.
Natürlich kann man in Lightroom und Photoshop inzwischen sehr viel korrigieren. Trotzdem ist eine gute Ausgangsdatei für mich immer noch die bessere Lösung.
Und es spart nicht nur Zeit, sondern auch Ärger, wenn man es vorher eigentlich hätte besser machen können.
Genauso wie ihr euch als Mensch verändert, verändert sich auch eure Fotografie
Mit der Zeit verändert sich nicht nur das technische Verständnis, sondern vor allem der eigene Blick. Man erkennt schneller, warum ein Bild funktioniert, wo etwas stört und was man beim nächsten Mal anders machen würde.
Gebt euch Zeit!
Ich habe so viele Jahre gebraucht, bis ich endlich mal mit meinen Fotos zufrieden war. Und auch jetzt gibt es immer noch Bilder, die ich einfach lösche und nie veröffentliche, weil sie einfach nichts geworden sind. Das gehört aber nunmal dazu.
HUNDEFOTOGRAFIE LERNEN

• Grundlagen der Hundefotografie
Perspektive, Bildaufbau, Schärfe und die kleinen Details, die ein gutes Hundefoto ausmachen
• Locationswahl
Wie ich Hintergründe, Licht und Umgebung beurteile und erkenne, ob ein Ort auf Fotos funktioniert
• Mein Workflow
Vom RAW-Bild in Lightroom bis zur finalen Bearbeitung in Photoshop -inklusive Farben, Fell und Retusche
• Häufige Fehler
Was Bilder schnell unruhig wirken lässt, die Nutzung von unvorteilhaftem Licht und wie man diese Fehler beim Fotografieren und Bearbeiten vermeidet
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