Instagram vs. Realität:
Wenn andere Hunde plötzlich zum Maßstab werden
Auf Instagram sieht man ständig Hunde, bei denen scheinbar alles läuft. Sie gehen entspannt durch die Stadt, hören zuverlässig und sitzen nebenbei noch perfekt vor der Kamera.
Natürlich weiß man eigentlich, dass man dort immer nur einen kleinen Teil vom Alltag sieht. Trotzdem vergleicht man schneller, als einem lieb ist. Und plötzlich wirkt der eigene Hund anstrengender, schlechter erzogen oder einfach weniger beeindruckend als das, was man jeden Tag auf dem Bildschirm sieht.
FOLGE UNS AUF

Wir sehen oft nur den Moment
Auf SocialMedia sehen wir den gelungenen Rückruf, aber nicht die ganzen Versuche davor. Wir sehen das eine Foto, auf dem alles passt und eben nicht die hundert anderen, auf denen der Hund irgendwelche Dummheiten macht oder einfach keine Lust mehr hat.
Beim Training ist es genauso. Ein paar Sekunden Video zeigen nicht, wie lange etwas aufgebaut wurde, wie oft es zwischendurch nicht funktioniert hat oder welche Baustellen es vielleicht trotzdem noch gibt.
Das heißt nicht, dass jemand damit automatisch etwas vorspielt. Social Media zeigt nun mal meistens die Momente, die man auch zeigen möchte. Schwierig wird es erst, wenn wir anfangen, genau diese Ausschnitte mit unserem kompletten Alltag zu vergleichen.
Wenn Inspiration zu Druck wird
Andere Hunde können motivieren. Sie können zeigen, was möglich ist, neue Gedanken anstoßen oder einfach Spaß machen. Gleichzeitig kann aus Inspiration schnell Druck entstehen.
Warum läuft es bei den anderen immer so leicht? Warum bleibt mein Hund nicht entspannt liegen? Warum klappt unser Rückruf nicht so zuverlässig? Warum bekommen andere schönere Fotos hin oder erleben ständig aufregendere Dinge?
Dabei vergleichen wir unseren gesamten Alltag mit wenigen ausgewählten Sekunden eines anderen Accounts. Ein Vergleich, bei dem wir eigentlich nur verlieren können.
Besonders schwierig wird es in meinen Augen dann, wenn der eigene Hund dadurch nicht mehr als Individuum gesehen wird, sondern als Projekt, das einem bestimmten Bild entsprechen soll. Ruhiger, gehorsamer, sportlicher oder einfach besser geeignet für das Leben, das wir gern zeigen würden.
Ich kenne diese Gedanken selbst
Auch ich habe mich schon dabei ertappt.
Nicht nur beim Training, sondern auch beim Content. Andere hatten die schöneren Bilder, die besseren Reels oder eine beeindruckendere Location. Und wenn etwas mit Oakley nicht so funktioniert hat, wie ich es geplant hatte, war ich manchmal enttäuscht oder ungeduldig.
Weil die Situation in meinem Kopf längst fertig war. Das Bild sollte auf eine bestimmte Art aussehen, das Video sollte funktionieren oder ein gemeinsamer Ausflug sollte genauso entspannt werden, wie ich ihn mir vorgestellt hatte.
Das ist unfair. Denn Oakley weiß nichts von meinen Ideen, meinem Zeitplan oder davon, welches Ergebnis ich gern auf Instagram zeigen würde.

Ein Hund ist kein Content-Projekt
Unsere Hunde haben gute und schlechte Tage. Sie sind abgelenkt, müde, aufgeregt oder finden eine Situation schlicht unnötig. Das verschwindet nicht, nur weil eine Kamera läuft.
Ein gutes Foto bedeutet nicht automatisch, dass der Hund immer perfekt posiert. Ein harmonisches Video sagt nichts darüber aus, wie der restliche Tag verlaufen ist. Und ein Hund, der online sehr gut erzogen oder trainiert wirkt, kann trotzdem seine Baustellen haben, die niemand sieht.
Umgekehrt ist ein Hund nicht weniger gut, nur weil bestimmte Dinge nicht funktionieren oder weil er nicht überall entspannt dabei sein kann.
Der eigene Alltag muss nicht aussehen wie der eines anderen Accounts. Er muss zu dem Hund und zu dem Menschen passen, die ihn tatsächlich leben.
Was ich heute anders sehe
Ich versuche inzwischen bewusster darauf zu achten, was mir Inhalte eigentlich geben.
Inspirieren sie mich wirklich? Bringen sie mich zum Nachdenken? Oder sorgen sie hauptsächlich dafür, dass ich mich und Oakley mit anderen vergleiche?
Auch beim Erstellen meiner eigenen Inhalte versuche ich, den Unterschied zwischen einem schönen Moment und unserem gesamten Alltag nicht zu vergessen. Natürlich teile ich gern Bilder, auf die ich stolz bin. Ich muss aber nicht so tun, als würde bei uns immer alles funktionieren.
Denn schöne Fotos und ein normaler, manchmal doch chaotischer Alltag schließen sich ja nicht aus.
Fazit:
Instagram zeigt uns Ausschnitte, die manchmal schön, manchmal lustig und manchmal beeindruckend sein können. Es zeigt aber selten das ganze Bild dazu.
Andere Hunde dürfen uns inspirieren!
Sie sollten aber nicht zum Maßstab dafür werden, wie unser eigener Hund sein muss oder wie unser gemeinsames Leben auszusehen hat.
Oakley muss nicht wie der Hund aus einem anderen Reel sein. Und ich muss nicht versuchen, aus jedem Spaziergang, jedem Training oder jedem Foto etwas Perfektes zu machen.
Manchmal reicht es, wenn das Leben hinter der Kamera für uns funktioniert.
ÜBER UNS
KIM & OAKLEY
Ich bin Kim, Fotografin und die Person hinter unserem Instagram-Account @malinois.oakley. Gemeinsam mit meinem Malinois Oakley lebe ich im Sauerland und teile auf Instagram unser Leben zwischen Natur, Training, Fotografie und dem ganz normalen Chaos mit Hund.
Hier auf dem Blog findet ihr alles, was dort manchmal zu kurz kommt.
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